Gegen blinden Aktionismus… und für Katzen. Jeder sollte zwei haben.
Bankgeschäfte
Wie ihr ja wisst – oder auch nicht – haben wir in Florida immer ein Ferienhaus. Eine Bekannte von uns übernimmt da die Vermittlung und erledigt für uns auch die Bezahlung, recht praktisch, weil wir dann keine internationale Überweisung vornehmen müssen. Normalerweise geben wir unserer Bekannten den Betrag immer in AMEX Traveller-Checks, dieses Jahr will sie aber cash, ich wollte nicht mit soviel cash rumlaufen – ok, ist aber nicht mein Problem, sie unterschreibt ja, dass sie das Geld bekommen hat, ab dann ist das Ihre Verantwortung.
Anyway, soviel US$ – jawohl 1800US$ ist schon zuviel – muss man bei der Bank 4 Tage! vorbestellen, ok hab ich dann auch telefonisch gemacht und vereinbart, dass ich das gestern in der Filiale abhole. Beim telefonischen Bestellvorgang hat man mich nach meiner Konto-Nr und meinem Namen gefragt und mich informiert, dass dieser Vorgang meinem Girokonto belastet werden muss, das kann nicht in bar abgewickelt werden – ist mir auch Recht, muss ich kein Bargeld rumschleppen.
Als ich dann gestern abend in der Filiale meiner Bank ankam, hat man mich an die Kasse verwiesen. Die Dame dort hatte bereits ein Formular vorbereitet und bat mich um meinen Personalausweis und meine Bank-EC-Karte, beides habe ich der Dame ausgehändigt. Die Dame hat sich beide Karten angesehen, mehrere Computereingaben gemacht und dann ergab sich folgender Dialog:
Kassiererin: “Sie möchten, dass dies Ihrem Girokonto belastet wird?”
Ich:”Ja, man hat mir am Telefon erklärt, dass es gar nicht anders möglich ist”
K:”Sie haben aber nicht genügend Geld auf Ihrem Konto, da sind nur 600EUR drauf”
I:”Ähm, das kann nicht sein, unsere Gehälter sind gerade überwiesen worden…ausserdem habe ich vom Sparkonto Geld für die $ auf das Girkonte überwiesen”
An diesem Punkt hatte ich ein sehr ungutes Gefühl, es hätte ja eine Manipulation unseres Kontos vorliegen können….aber naja…..
I:”Ich muss dann prüfen, wieso nicht genügend Geld auf dem Konto ist, aber wir haben ja einen Dispo-Rahmen, der weit über dieser Summe liegt”
K:”Nein, sie haben keinen Dispo-Rahmen”
I:” Doch, das war alles noch in Ordnung, als ich am Montag über Online-Banking eine Überweisung getätigt habe…
K:”Nein, ihr Dispo-Rahmen wurde gestrichen”
Ihr könnt euch vorstellen, dass mir an diesem Punkt äusserst unwohl zumute war, hinter mir stand auch schon wieder jemand und wartete darauf, an die Kasse zu kommen und die Kassiererin weist mich mehrfach und in strengem, lautem Tonfall darauf hin, dass kein Geld auf meinem Konto ist und mein Dispo-Rahmen gestrichen wurde.
Ich habe dann nochmal betont, dass wir gerade unsere Gehälter überwiesen bekommen haben, ich zusätzlich vom Sparkonto Geld aufs Girokonto geschoben habe und mir auch keine info vorliegt, dass unser Dispo-Rahmen gestrichen wurde.
K:”Naürlich wurde der Dispo-Rahmen gestrichen, auf diesem Konto gehen ja keine Zahlungen mehr ein, nur noch ihr Kindergeld…”
Bei dieser Aussage ging es mir gleich besser…
I:”Wissen Sie, das ist ja seltsam, ich habe keine Kinder! Sind Sie sicher, dass sie das richtige Konto haben?”
K:” Ja, das Konto, was auf dem Formular angegeben wurde.
Die Kassiererin hällt mir das Formular hin – die Konto Nummer fängt mit einer 3 an…
I:” Das ist nicht meine Kontonummer, und ich heisse auch nicht XXXX, ich habe bei der Bestellung am Telefon meinen Namen buchstabiert und meine Kontonummer angegeben, die fängt schonmal nicht mit einer 3 an und ist auch sonst ganz anders, das können Sie auf meiner EC-Karte doch sehen und ich heisse YYYY, das können Sie doch auch auf meinem Personalausweis sehen.
Die Kassiererin nimmt sich nochmal meine EC-Karte und tippt also nochmal gemäß der EC-Karte, die ihr die ganze Zeit vorlag! meine Nummer ein und sagt mir dann in einem sehr gemäßigten Ton – das widerum höhren die Leute hinter mir sicher nicht!
K:”Ah ja, da ist dann doch Geld und ihr Dispo-Rahmen stimmt auch, aber den benötigen wir nicht, ihr Geld ist ja da…
Keine Entschuldigung von Seiten Ihrer Kassiererin. Sie hat dann auf dem Formular zur Auszahlung der US$ die Konto Nr. einfach durchgestrichen und den Namen geändert (auf meinem Durchschlag ist die falsche Konto Nr. nach wie vor für mich ersichtlich) und mir die US$ ausgehändigt.
Obwohl ich in dem Moment sehr erleichtert und ersteinmal auch zugegebenermaßen ein wenig belustigt war, muss ich sagen, dass mich diese Erfahrung doch sehr beunruhigt hat; Im umgekehrten Fall hätte jemand Geld über mein Konto ausgehändigt bekommen und ich hätte als Kunde nachweisen müssen, dass das nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Die Kassiererin hätte dann vermutlich ausgesagt, dass sie sowohl den Ausweis als auch die EC Karte kontrolliert hat – ja WAS hat sie denn eigentlich mit meiner Karte und meinem Ausweis gemacht… – und als Kunde wäre dann nur noch der Gang zum Gericht möglich gewesen. Wäre ich mit einer unehrlichen Ader ausgestattet, hätte ich in dem Fall auch sagen können, dass ich nur den Gegenwert der 600EUR auf “meinem vermeintlichen Konto” in US$ eintauschen möchte und dann hätte die liebe Frau XXXX ein Problem gehabt….
Als ich nach Hause gekommen bin habe ich mit ernster Miene zum Chief gesagt:“Was hast du denn mit unserem Konto angestellt, da sind nur 600EUR drauf, unser Dispo-Rahmen wurde gestrichen und es geht nur Kindergeld ein….“
Der Chief hat genauso betröppelt geguckt wie ich in der Bank
Meine Kollegen, denen ich die Story heute erzählt haben, sind auch der Ansicht, dass man diese Geschichte doch mal der Bank schriftlich melden sollte, hab ich auch getan, bin mal gespannt, was dabei rumkommt! Werde euch auf dem laufenden halten…
Nachtrag:
So, gestern bekomme ich ein Schreiben der entsprechenden Bank – kein Formbrief so richtig mit handgeschriebenen Unterschriften und allem pi pa po.
Man entschuldigt sich vielmals für den Vorfall und versichert mir, dass der Filialleiter bereits angewiesen wurde, seine Mitarbeiter -und die Kassiererin insbesondere- zu schulen was die “Identitätsprüfungen” angeht.
Sehr nettes Schreiben, zum Schluss auch Anmerkung, dass man mich als langjährigen Kunden doch sehr schätzt und hofft, dass ich auch weiterhin trotz dieses Vorfalles Kunde bleibe… Gerne aber küftig doch wieder eher bei meiner “regulären Filiale”
Mein Kollege meinte dazu allerdings, dass da ja dann doch noch n Fleurop Gutschein hätte drin sein sollen – naja hatte ich jetzt eher nicht erwartet, bin eigentlich zufrieden wie das gehandelt wurde.
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Cutie am 31. Juli 2009 um 11:09 veröffentlicht und unter Sonderbares abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |
vor 1 Jahr
Moin Moin!
Freunde, wat ne Story.
Ich weiß ehrlich gesagt garnicht, wo genau ich hier anfangen soll die Keule zu schwingen, um meinem Unverständnis Ausdruck zu verleihen. Wenn es nicht so traurig wär’, könnt man direkt darüber lachen.
Ganz, ganz schwache Kür!
By the way: Eure ganze Haus-Story inkl. Mietpreise usw. sollten wir unbedingt im Rainforest Cafe bequatschen, das interessiert mich wirklich sehr. Müssen wir bloß Acht geben, das wir einander nicht verpassen. @Chief: Nicht das Du mir zu lange um den Pudding fährst…! *LOL²*
Schöne Woche, Bye.
vor 1 Jahr
….würdet Ihr noch Feedback geben, im Blog, wie sich die Bank zum Kundenorientierten Verhalten Ihrer MA äußert?
Das würde mich mal interessieren…..so ganz privat…
vor 1 Jahr
@Meierzwo….
Also bisher tut sich da leider gar nichts, ich hab denen ne e-mail am Freitag geschrieben, das ist ja jetzt fast ne Woche her – ich finds schon den Hammer! Da rasselt es dann als nächstes ein Fax an die Geschäftsleitung!